Ernährungsministerin Klöckner verheimlicht Studienergebnisse zur Lebensmittel-Ampel.

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Macht Bundesernährungsministerin Julia Klöckner der Lebensmittelindustrie ein weiteres Geschenk? Eine zentrale Studie stellt der Nutri-Score-Ampel offenbar ein positives Zeugnis aus. Doch die Ministerin hielt die Ergebnisse zunächst zurück und veröffentlichte nun - ein halbes Jahr später - lediglich eine politisch überarbeitete Fassung der Studie. Ihr Fazit: Es brauche noch mehr Forschung. Eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung lässt damit weiter auf sich warten - ganz im Sinne der Zucker-Giganten Ferrero & Co.! Machen Sie mit bei unserer Protestaktion an Julia Klöckner und fordern Sie: Schluss mit dem Lobby-Gekuschel, her mit der Original-Studie!
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Christian Wehmöller,

es ist wohl kein Geheimnis mehr: Bundesernährungsministerin Julia Klöckner legt sich nur ungern mit der Lebensmittelindustrie an. "Freiwillige Selbstverpflichtungen" zur Zuckerreduktion hier, runde Tische gegen Lebensmittelverschwendung dort. Auch in der Debatte um eine Lebensmittelampel, gegen die sich die Wirtschaft seit Jahren wehrt, zeigt sich offenbar erneut ihr fast schon loyales Verhältnis zur Industrie. Darum geht's: Im vergangenen Jahr beauftragte Frau Klöckner das staatliche Max-Rubner-Institut, elf verschiedene Modelle einer Nährwert-Kennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen zu bewerten. Gemäß internen E-Mails des Ministeriums, die foodwatch über einen Informationsfreiheitsantrag erhalten hatte, kamen die Wissenschaftler vor rund einem halben Jahr zu dem klaren Ergebnis, dass die in Frankreich und Belgien bereits offiziell eingeführte Nutri-Score-Ampel "grundsätzlich vorteilhaft" sei. Weiter hieß es jedoch, Ministerin Klöckner habe "ausdrücklich darum gebeten, (...) größte Vertraulichkeit sicherzustellen". Es bedürfe zunächst "der Abstimmung mit anderen Referaten".

Die Studie wurde also zunächst geheim gehalten. Und jetzt, sechs Monate (!) später, veröffentlichte die Ministerin dann eine offenbar politisch überarbeitete Fassung der Studie, die den Nutri-Score zurückhaltend bewertet. Da keines der geprüften Modelle eine "optimale Lösung für Verbraucher biete", kündigte Frau Klöckner weitere Untersuchungen und die Entwicklung eines eigenen Kennzeichnungsmodells an -was wohl mehrere Jahre dauern wird. Auch auf mehrfache Nachfrage hin wollte das Klöckner-Ministerium die eigentlich vom foodwatch-Informationsfreiheitsantrag verlangte Original-Studie mit der rein wissenschaftlichen Bewertung nicht herausgeben.

Die Ministerin betont gerne, sie mache Politik auf der Basis von Wissenschaft und Fakten. Aber offenbar passen ihr die Studienergebnisse ihrer eigenen Wissenschaftler politisch nicht in den Kram. Frau Klöckner täuscht die Öffentlichkeit und spielt auf Zeit - um Zucker-Giganten wie Ferrero & Co. vor der Lebensmittelampel zu schützen!

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