"Wir haben die Geduld verloren" - 2.000 Ärzte appellieren an die Bundesregierung!

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Hallo und guten Tag,  

das war ein echter Paukenschlag: Mehr als 2.000 Ärztinnen und Ärzte, darunter mehr als 1.300 Kinderärzte und 58 Medizin-Professoren, dazu Fachorganisationen wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die Bundeszahnärztekammer, die Diakonie Deutschland sowie die Krankenkassen AOK und TK, fordern in einem Offenen Brief an die Bundesregierung, endlich ernst zu machen im Kampf gegen Fehlernährung und damit verbundene Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Fettleibigkeit. Die klare Botschaft: Statt wie bisher auf freiwillige Vereinbarungen mit der Industrie zu setzen, muss die Politik endlich wirksame Maßnahmen durchsetzen. Dazu gehören eine verständliche Lebensmittelkennzeichnung in Form einer Nährwert-Ampel, eine Sonderabgabe auf gesüßte Getränke (in Großbritannien hat eine solche Steuer dazu geführt, dass viele Limos weniger Zucker enthalten), Werbebeschränkungen für ungesunde Kinderlebensmittel sowie besseres Schul- und Kitaessen.

Auch der bekannte TV-Arzt Eckart von Hirschhausen steht hinter der Initiative. Warum er eine Limo-Steuer für sinnvoll hält, erklärt er in einem kurzen Video-Statement:

Bisher lehnt die Bundesregierung verbindliche Maßnahmen gegen Fehlernährung ab. Ernährungsministerin Julia Klöckner setzt stattdessen auf eine freiwillige "Reduktionsstrategie": Die Lebensmittelhersteller sollen aus freien Stücken weniger Zucker und Fett in ihre Produkte tun. Klingt gut, ABER: Mit Süßigkeiten, Limos und fettigen Snacks macht die Industrie drei Mal (!) mehr Profit als mit Obst und Gemüse. Die Industrie höflich zu bitten, im Kampf gegen Fehlernährung am selben Strang zu ziehen, ist wenig aussichtsreich! Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland, Thomas Fischbach, bringt es auf den Punkt: "Man kann nicht die Frösche fragen, wenn man den Sumpf trockenlegen will."

Um es klar zu sagen: Niemand will irgendjemandem vorschreiben, was er oder sie essen soll. Jeder Mensch ist selbst für seine Ernährung verantwortlich. Und natürlich sind die Eltern für die Ernährung ihrer Kinder verantwortlich. Doch auch die Industrie - mit ihren aggressiven Marketing-Methoden, ihren Lobby-Tricks und versteckten Zuckerbomben - trägt eine Mitverantwortung für den massiven Anstieg von Fettleibigkeit bei Kindern und Erwachsenen. Nur ein Beispiel: 90 Prozent der Lebensmittel, die mit Comicfiguren gezielt an Kinder beworben werden, sind zu süß, zu fettig, zu salzig und entsprechen NICHT den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation für gesunde Kinderprodukte. Die Mitverantwortung der Lebensmittelindustrie für ernährungsbedingte Krankheiten zu ignorieren wäre so, als würde man die Tabakkonzerne von ihrer Mitverantwortung für Lungenkrebs freisprechen.

Mehr als 2.000 Ärztinnen und Ärzte sagen mit ihrer Unterschrift unter dem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Verbraucherministerin Julia Klöckner und Gesundheitsminister Jens Spahn: Die Politik muss endlich handeln!

Wir sind uns sicher: Den Hilfe-Ruf der Ärzteschaft, die mahnenden Worte von Fachorganisationen und Krankenkassen, haben Frau Merkel, Frau Klöckner und Herr Spahn gehört. Doch wird die Bundesregierung auch handeln?! Erhöhen Sie jetzt den Druck: Empfehlen Sie bitte unsere Protestaktion an Ihre Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen oder Ihre Familie:
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Ihr foodwatch-Team

P.S.: Wir von foodwatch sind eine kleines Team von knapp 20 Aktivistinnen und Aktivisten. Wir kämpfen für die Rechte von Verbraucherinnen und Verbraucher und entlarven Lobby-Tricks der Lebensmittel-Konzerne. Um der mächtigen Industrie-Lobby etwas entgegenzusetzen, arbeiten wir mit Experten und Fachverbänden zusammen. Doch allein das reicht nicht: Je mehr Menschen hinter foodwatch stehen, desto stärker wiegt unsere Stimme. Nur so werden wir gehört - nur so kommen Verbraucherinnen und Verbraucher zu ihrem Recht. Machen Sie mit, werden Sie Teil der Bewegung. Unterstützen Sie foodwatch:

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Weiterführende Informationen und Quellen:
Mehr Informationen zu dem Offenen Brief von 2.000 Ärzten
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