Eine Herstellerabgabe für überzuckerte Getränke zeigt in Großbritannien Wirkung. Und in Deutschland?

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In Großbritannien tritt ab nächster Woche eine Herstellerabgabe für Zuckergetränke in Kraft. Denn stark zuckerhaltige Getränke fördern nachweislich die Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Und die geplante Abgabe zeigt Wirkung: Ein Großteil der Hersteller auf dem britischen Markt - darunter Coca-Cola, Lidl und Nestlé - hat schon jetzt den Zuckergehalt seiner Getränke drastisch gesenkt. Doch die neue Bundesregierung lehnt eine solche Regelung für Deutschland bislang ab. Sie will es sich offenbar nicht mit der Lebensmittelindustrie verscherzen.

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Cola ist ungesund. Das weiß jedes Kind. Doch was viele nicht wissen: Bereits eine Dose am Tag fördert ernste Krankheiten wie Typ-2-Diabetes! Großbritannien hat wie viele andere Länder reagiert: Ab Anfang April müssen Getränkehersteller eine Abgabe bezahlen, wenn ihre Produkte besonders viel Zucker enthalten. Bereits im Vorfeld zeigt die Abgabe Lenkungswirkung: Die führenden Getränkeunternehmen Coca-Cola, Britvic, Lucozade Ribena Suntory, die Handelskonzerne Tesco und Lidl, der Nahrungsmittelkonzern Nestlé sowie mehrere kleinere Getränkehersteller haben seit Ankündigung der Regelung vor zwei Jahren den Zuckergehalt etlicher Produkte deutlich gesenkt.

Die Abgabe in Großbritannien funktioniert so: Sobald Getränke mehr als 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter enthalten, müssen Hersteller eine Abgabe leisten. Bei mehr als 8 Gramm wird eine höhere Abgabe fällig. Besonders gut: Die Erlöse sollen zweckgebunden in Präventionsprojekte fließen, etwa für gesundes Schulessen. Der britische Marktführer Coca-Cola hat den Zuckergehalt seiner Getränke Fanta und Sprite seitdem unter die 5-Gramm-Marke gesenkt. Zum Vergleich: In Deutschland enthalten Fanta und Sprite aktuell mehr als 9 Gramm Zucker!

Auch der Hersteller Lucozade Ribena Suntory hat den Zuckergehalt in sämtlichen Produkten unter die 5-Gramm-Marke gesenkt, darunter auch das in Deutschland bekannte Getränk Orangina. Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat angekündigt, dass drei seiner San Pellegrino-Limonaden ab April 2018 ebenfalls weniger als 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter enthalten werden. Und auch die Handelsketten Tesco und Lidl gaben an, dass nach Rezepturänderungen sämtliche Eigenmarken nicht von der Abgabe erfasst werden.

Großbritannien reiht sich neben Irland, Portugal, Estland, Belgien, Norwegen, Mexiko, Südafrika und Frankreich in die immer länger werdende Liste von Ländern ein, die mit steuerlichen Anreizen aktiv gegen Fehlernährung, Fettleibigkeit und Diabetes vorgehen. Doch die neue Ernährungsministerin Julia Klöckner hält eine Zucker-Abgabe "für den falschen Weg", wie sie gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärte. Die Bundesregierung will sich anscheinend nicht mit der Getränkeindustrie anlegen und schaut lieber tatenlos zu, wie die Hersteller kiloweise Zucker in ihre Produkte kippen. 

Zugegeben: Die Limo-Abgabe in Großbritannien hat einen großen Haken. Getränke, die Süßstoffe enthalten, sind von der Regelung nicht erfasst. Und so haben viele britische Hersteller den Zucker in ihren Getränken durch Süßstoffe ersetzt. Das ist nicht die Lösung! Rezepturänderungen sollten darauf abzielen, nicht nur den Gehalt von Zucker, sondern den Süßgeschmack insgesamt zu verringern, um der allgemeinen Süßgewöhnung bei Kindern und Jugendlichen entgegen zu wirken. Daher sollte die Herstellerabgabe in Deutschland - ähnlich wie in Frankreich - auch süßstoffgesüßte Getränke mit einbeziehen. Machen Sie jetzt unsere E-Mail-Aktion für eine effektive Herstellerabgabe auf Zuckergetränke bekannt. Je mehr wir sind, desto lauter tönt unsere Stimme!

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Weiterführende Informationen und Quellen:
Mehr zur Zuckerreduktion in Großbritannien
So zuckrig sind Erfrischungsgetränke in Deutschland wirklich
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