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Hallo und guten Tag,

heute wenden wir uns in eigener Sache an Sie: Wir möchten Sie vor der neuen Spendenplattform von Amazon warnen. Die Seite unter dem Namen "AmazonSmile" hat den Eindruck erweckt, Sie könnten durch Ihren Einkauf bei Amazon unsere Arbeit unterstützen. Dieser Eindruck ist falsch! Weder ist foodwatch an der Plattform beteiligt noch kam bei uns irgendwelches Geld von Amazon an - aus grundsätzlichen Überlegungen heraus würden wir von dem Internetkonzern auch keine Spenden annehmen. Umso ärgerlicher ist es, wie Amazon vorgeht.

Der Reihe nach: Seit einer Weile hat sich Amazon aus der Zusammenarbeit mit etablierten Spendenplattformen zurückgezogen und vermarktet jetzt eine eigene Seite. Wer über smile.amazon.de eine Bestellung aufgibt, so das Versprechen, könne damit gleich noch etwas "Gutes tun" - denn Amazon spendet dann 0,5 Prozent des Einkaufspreises an eine vom Kunden ausgewählte Organisation. Anders gesagt: Wenn Sie möchten, dass der US-amerikanische Internetriese 50 Euro spendet, müssen Sie für 10.000 Euro (!) bei Amazon einkaufen.

In einem ersten Schritt wählen Sie dazu auf der Seite die Organisation aus, die Sie "unterstützen" wollen. Der Haken: Sie können nach jeder beliebigen, gemeinnützigen Organisation suchen - und auch solche auswählen, die sich überhaupt nicht für AmazonSmile registriert haben. Und dies vielleicht auch gar nicht wollen. Bis zum vergangenen Freitag zum Beispiel foodwatch: Dabei wurden wir überhaupt nicht gefragt, ob wir bei AmazonSmile mitmachen wollen! Ohne unsere Zustimmung führte uns Amazon dennoch in seiner Liste. Und das, obwohl wir von Amazon gar kein Geld annehmen würden. Der umstrittene Online-Konzern handelt längst nicht mehr nur mit Büchern, sondern ist auch im Lebensmittelhandel aktiv - und damit wäre die Annahme von Spenden mit unseren Prinzipien nicht vereinbar. Denn foodwatch ist und bleibt unabhängig von der Lebensmittelwirtschaft! Erst am Freitag, nachdem wir Amazon schriftlich dazu aufgenommen hatten, nahm uns das Unternehmen von der Liste.

Über lange Zeit aber konnten Kundinnen und Kunden foodwatch auf der Amazon-Spendenseite auswählen. Und sie haben dies auch getan, wie uns Amazon völlig überraschend in einem Brief mitgeteilt hat. Wenn wir uns für Smile registrierten, so hieß es in dem Schreiben, könnten wir uns unsere ersten Spendengelder abholen - aber genau das wollten wir ja gar nicht! Wie viele Menschen uns über Amazon ausgewählt und dann im guten Glauben ihre Bestellung aufgegeben haben, das wissen wir nicht. Wir wissen nur: Diesen Menschen wurde ganz oben auf der Einkaufsseite der Hinweis angezeigt: "Unterstützt wird: foodwatch e.V.". Eine dreiste Irreführung, weil es einfach falsch ist! Bei foodwatch ist zu keinem Zeitpunkt Geld angekommen und wird es auch in Zukunft nicht.

Nur wer lange im Kleingedruckten sucht, findet dort versteckt den Hinweis, was mit dem Geld passiert, wenn sich eine Organisation gar nicht für die Spendenplattform registriert. Auf der Bestellseite aber wird den Kundinnen und Kunden vorgegaukelt, dass sie mit ihrem Einkauf die Organisation ihrer Wahl unterstützen. Wir finden es gut, wenn Unternehmen gemeinnützige Arbeit fördern. In diesem Fall aber führt Amazon Menschen, die gerne etwas Gutes tun wollen, an der Nase herum. Der Konzern hat Umsatz gemacht mit dem falschen Versprechen, man könne unsere Arbeit mit AmazonSmile unterstützen. Wir haben Amazon aufgefordert, die Kundinnen und Kunden zu informieren, die im Glauben ihre Bestellung aufgegeben haben, dass sie damit foodwatch unterstützen könnten.

Und an Sie haben wir eine Bitte: Fallen Sie nicht auf eine solche Masche herein! Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen wollen, dann können Sie dies am besten direkt über unsere Internetseite tun - dann kommt Ihr Beitrag auch an. Am meisten hilft es uns, wenn Sie Förderer/Förderin von foodwatch werden. Damit stärken Sie uns den Rücken und verleihen Ihren Interessen als Verbraucher eine Stimme, die gehört wird.
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Übrigens: Wie erwähnt, hat uns Amazon am Freitag dann endlich von seiner Liste genommen. Alle Kundinnen und Kunden, die jetzt auf AmazonSmile foodwatch auswählen wollen - oder die dies in ihren Voreinstellungen bereits getan haben - erhalten nun einen großen Hinweis, in dem Amazon schreibt: "foodwatch e.V. ist derzeit nicht für das AmazonSmile-Programm zugelassen." Unfassbar - "nicht zugelassen", als ob WIR irgendwelche Spendenkriterien von Amazon nicht erfüllen würden! Richtig ist allein: Wir haben uns dazu entschieden, kein Geld von Amazon anzunehmen, und wir wehren uns dagegen, dass hier ein falsches Spiel mit Menschen getrieben wird, die unsere Arbeit unterstützen wollen!

Je mehr wir sind, umso kraftvoller und einflussreicher können wir uns gegenüber Lebensmittelindustrie und Politik für mehr Verbraucherrechte einsetzen. Ich freue mich, wenn auch Sie dabei sind: www.foodwatch.de/mitglied-werden
Vielen Dank und herzliche Grüße,
Ihr
Martin Rücker
Geschäftsführer foodwatch Deutschland
P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Fördererinnen und Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützerinnen und Unterstützer wir haben, desto leichter können wir Druck ausüben. Deshalb: Werden Sie bitte Förderer/Förderin, und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für Ihr Recht!

Foto: fotolia.com/fotomek
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 - 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

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