Um den Newsletter online zu lesen, klicken Sie bitte hier.
Jetzt Förderer/Förderin werden!
Hallo und guten Tag, {FIRSTNAME} {LASTNAME}
 
ich will ehrlich sein: Lange bevor ich foodwatch gründete, habe ich gerne Thunfisch gegessen. Doch dann musste ich als Geschäftsführer bei Greenpeace lernen, dass jeder, der Thunfisch aß, ungewollt am massenhaften Tod von Delfinen beteiligt war, weil bei der Thunfischjagd auch Delfine als Beifang sterben. Das sprach sich - dank vieler Informationskampagnen - herum, Millionen von Menschen verzichteten für den Schutz der Delfine auf Thunfisch. Die Vereinigten Staaten von Amerika erließen sogar ein Gesetz und führten ein Siegel mit strengen Kriterien für den „delfin-sicheren“ Thunfischfang ein. Eine gute Sache.
 
Doch in Mexiko, dessen Fischer auch Methoden anwenden, bei denen immer noch viel zu viele Delfine sterben, war man vom Delfinschutzlabel im Nachbarland gar nicht begeistert - und klagte dagegen vor der Welthandelsorganisation. Den jahrelangen Rechtsstreit hat Mexiko nun vor kurzem in letzter Instanz gewonnen, und die Begründung dafür ist unglaublich: Das Siegel für den delfin-sicheren Fang ist aus Sicht der Welthandelsorganisation - und jetzt kommt’s - ein Handelshemmnis, weil es die mexikanischen Thunfischexporteure diskriminiere. Wohlgemerkt: Mexiko darf seinen Thunfisch in den Vereinigten Staaten verkaufen, nur eben nicht mit dem verkaufsfördernden „Safe“-Siegel.
 
Warum ich Ihnen das erzähle? In unserem Kampf gegen die geplanten Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit den Vereinigten Staaten (TTIP) und mit Kanada (CETA) höre ich manchmal den Vorwurf, wir würden es übertreiben mit unserer Kritik, dass TTIP und CETA unsere Demokratie unterhöhlen. Aber das Urteil der Welthandelsorganisation zeigt, dass genau das passiert: Das Handelsinteresse der Mexikaner sticht das demokratisch legitimierte Schutzgesetz der US-Amerikaner für die Delfine einfach aus, Hauptsache, die Pesos und Dollars rollen. Und das sehen mein Team und ich und viele Experten auch auf Europa, die Vereinigten Staaten und Kanada zukommen, wenn wir TTIP und CETA nicht verhindern: Dass Handelsinteressen auf ein Podest gehoben werden, von dem aus sie Gesetze zum Schutz von Tieren, der Umwelt, von Verbrauchern oder Arbeitnehmern platt machen können. Die in dieser Woche veröffentlichten TTIP-Papiere bestätigen unsere Befürchtungen auf der ganzen Linie. Wenn wir uns jetzt nicht wehren, ist es irgendwann zu spät. Deshalb erteilen Sie TTIP gemeinsam mit uns eine Absage und werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch.
 
Unnötige Handelshürden einreißen - dagegen haben auch wir nichts. Wenn die Abkommen sinnlose technische Vorschriften zu Schraubenlängen oder Blinker-Farben für Autos abschaffen - gerne. Aber wenn TTIP und CETA dazu dienen, Gesetze wie ein Delfinschutz-Label auszuhebeln, ist unsere Sorge um die Demokratie kein Hirngespinst mehr. Als Bürger und Verbraucher haben wir eben auch noch andere Interessen als den ungehinderten Warenaustausch. Zum Beispiel das Interesse, eine der faszinierendsten Tierarten auf unserer Erde zu erhalten. Oder das Interesse, unser Grundwasser vor zu viel Gülle zu schützen, unser Getreide und Obst vor krebserregenden Pestiziden, unsere Lebensmittel vor irreführenden Angaben auf den Verpackungen. Dafür bedarf es immer wieder neuer Gesetze und Verordnungen, so wie die Vereinigten Staaten den Delfinschutz per Gesetz verbesserten, der nun Handelsinteressen geopfert wird.
 
Wenn wir TTIP und CETA nicht stoppen, blüht uns genau das: Dass die Aushandlung widerstreitender Interessen in demokratischen Institutionen durch das Urteil anonymer Handelsrichter ausgehebelt wird.
 
Sie werden sich fragen, wie das möglich ist? Handelsabkommen sind völkerrechtliche Verträge; Gesetze, die von Parlamentariern in der Europäischen Union, in den Vereinigten Staaten oder Kanada nach Inkrafttreten solcher Verträge beschlossen werden, dürfen den Vorgaben der Handelsverträge nicht widersprechen.
 
Würde die Europäische Union zum Beispiel die „Ampel“ zur verbraucherfreundlichen Kennzeichnung des Fett-, Zucker- und Salzgehalts von Lebensmitteln einführen, obwohl TTIP eine solche Kennzeichnung verboten hat, verstieße die Europäische Union gegen Völkerrecht. Die Folge wären Klagen und möglicherweise - siehe Delfin-Thunfisch-Fall - der Zwang, das Gesetz abzuschwächen, zu streichen oder Strafen zu zahlen. Auch eine Verbesserung der Tierhaltung oder die Einführung einer Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln könnten wir uns dauerhaft abschminken. Wenn Sie auch der Meinung sind, dass das nicht passieren darf, dann erhöhen Sie mit uns zusammen den Druck auf die Politik und werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch.
 
Nicht nur in Deutschland, auch in Frankreich und in den Niederlanden informieren wir mit unseren foodwatch-Büros die Öffentlichkeit über jene besorgniserregenden Teile der geplanten Verträge, die die Politiker verschweigen. Auch dort haben wir viele Menschen mobilisiert. Aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen, bis wir die Abkommen - auch als Teil der Europäischen Bürgerinitiative - zu Fall gebracht haben. Dafür geben wir Expertisen in Auftrag und bereiten die komplexen Inhalte der Abkommen für interessierte Bürger auf. Helfen Sie uns dabei, werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch.
 
Es darf nicht so weit kommen, dass wir Fortschritte im Umwelt-, Verbraucher- oder Arbeitnehmerschutz von der Zustimmung eines Handelspartners abhängig machen, so wie das unter einem TTIP- oder CETA-Regime der Fall wäre! Sonst können wir unsere Abgeordneten gleich in Rente schicken, die Parlamente schließen und die Regierungsgeschäfte den Konzernen überlassen, die im Hintergrund im eigenen Interesse an TTIP und CETA mitschreiben. Dagegen müssen wir uns wehren. Mit Ihnen als Förderer/Förderin von foodwatch!

P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützer wir haben, desto leichter können wir Druck ausüben. Deshalb: Werden Sie bitte Förderin/Förderer und kämpfen Sie mit uns gemeinsam!
 
  Wir würden uns freuen, wenn Sie unseren Newsletter weiterempfehlen
 
Wenn Sie den Newsletter abbestellen oder Ihre E-Mail-Adresse ändern möchten, klicken Sie bitte hier.
 
Impressum
 
Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail:
aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 - 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer ist Dr. Thilo Bode.